zarok e.V.
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Pop Up Schulen für Kinder in unzugänglichen Landstrichen des Nordirak

In Kooperation mit der – inzwischen umbenannten und jetzt selbständigen Panaga Haven Organization for education – führt Zarok (Kinder) e. V. ein weiteres Unterstützungsprojekt für besonders bedürftige Flüchtlingskinder im Nordirak durch.

Nach der Vertreibung der religiösen Minderheit der Jesiden aus ihrem angestammten Siedlungsgebieten rund um das Sindjargebirge im Nordirak leben die meisten überlebenden Jesidinnen und Jesiden inzwischen in Flüchtlingscamps. Seit nunmehr vier Jahren gibt es dort keine Perspektive für sie: die eigenen Dörfer sind zerstört, es fehlt an Infrastruktur, zurück gelassene Sprengfallen machen jede Begehung der Häuser gefährlich.

Manche jesidische Familien haben sich deshalb in halbzerstörten Häusern oder sogar Zelten außerhalb der Camps nieder gelassen. Diese einzeln oder in kleinen Weilern  stehenden Gebäude sind seit Saddam Husseins Zeiten unbewohnt. Damals versuchte das Regime, verstreut lebende, aus Sicht des Regimes unzuverlässige kurdische Familien in größere Gemeinden umzusiedeln, um umfangreichere Zugriffs- und Kontrollmöglichkeiten zu haben. Die jetzigen neuen Bewohnerinnen und Bewohner, jesidische Binnenflüchtlinge aus dem Sindjargebirge, bearbeiten die Felder, züchten Vieh und versuchen, aus eigener Kraft zu überleben.

Es fehlt häufig an allem: verlässliche Verkehrsverbindungen, Strom- und Wasserversorgung, leicht erreichbare medizinische Hilfe, intakte Schulen. Alle Kinder in den Familien stellen für die lebenswichtige landwirtschaftliche Arbeit unerlässliche Arbeitskräfte dar, Bildungsmöglichkeiten gibt es für sich kaum.

Hier setzt die Arbeit der Pop Up Schulen an (aus dem Englischen:  „to pop up“: schnell aufklappen, aufploppen)

Die Idee: Unterrichtsraum und Schule werden mit sehr wenig Aufwand ermöglicht. Entweder direkt unter freiem Himmel oder in verlassenen, halbzerstörten Gebäuden entsteht in ganz kurzer Zeit ein Lernraum. Die Kinder sitzen auf Decken oder mitgebrachten Stapelstühlen, vieles wird improvisiert. Eine Gruppe Freiwilliger arbeitet mit den Lehrkräften der Organisation Hand in Hand. Es gibt zwar ein festgelegtes pädagogisches Programm und entsprechende fachliche Inhalte, die Freiwilligen und die pädagogischen Fachkräfte der Panaga Haven Organization for Education brauchen jedoch viel Improvisationstalent und Einfühlungsvermögen.

Pop Up Schulen richten sich an besonders bedürftige Flüchtlingskinder, die nicht auf schulische Angebote in Flüchtlingscamps oder die Infrastruktur in Städten zurück greifen können. Die Panaga Haven Organization for education hat bereits 2016 gute Erfahrungen mit dem Angebot der Pop Up Schulen gemacht und bietet das weiter entwickelte pädagogische Programm in den Sommermonaten an.

 

Zarok e.V. unterstützt aktuell die Pop Up Schule im Weiler Sina, rund 10 km vom Flüchtlingslager Sharya in der Provinz Dohuk entfernt. In Sina kann das verlassene Schulgebäude genutzt werden, allerdings sind die Toilettenanlagen nicht mehr mit benutzbar, Türen und Fenster sind beschädigt. Mit den 2.000 Dollar der Fördergelder werden 80 Kinder den ganzen August über unterrichtet und verköstigt.

 

Aus dem Bericht des Panaga Haven Center for Education:

 

Die Pop Up Schule in Sina / Dohuk war sehr erfolgreich – mehr als 70 Kinder warteten morgens in einer ordentlichen Warteschlange auf ihre Lehrer*innen und strahlten uns an. Leider konnten wir nicht mehr als 50 Kinder pro Unterrichtstag zulassen, es war wirklich schwierig, die letzten Kinder wegzuschicken. Mit großem Eifer haben die Kinder Englisch gelernt. Wir haben kooperative Lernräume für kleine Kindergruppen gestaltet, alle konnten teilnehmen. Die Kinder  haben gelernt, sich auf englisch vorzustellen, außerdem die Bezeichnungen für Körperteile, Farbe und  das englische ABC .Auch englische Lieder wurden gespielt. Um den Kindern gute Manieren beizubringen, wurden Charakterstunden, Geschichten über Respekt, Freundschaft und Verantwortungsbewusstsein erzählt.

Sehr gern haben die Kinder gezeichnet und gespielt. Es zeigte sich immer wieder, dass sie eigentlich nur etwas Zuwendung, Fürsorge und Aufmerksamkeit brauchten, um ihre Talente und Fähigkeiten zu entfalten.

Jede Spende hilft! Danke an alle, die geholfen haben und weiterhin unterstützen.

 

Traumabearbeitung für Kinder

Februar 2018 

Nähateliers für Witwen

Januar 2018  

Einrichtung von "child friendly spaces" nahe Mossul  Juli 2017 

Medizinischer

Hilfstransport

Dezember 2016

Hilfsaktion im März 2016 in Lagern vor Ort

 

51 Tonnen Hilfs-güter 2014 / 2015

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